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JOHANNES KEPLER UNIVERSITÄT LINZ Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät A. Univ. - Prof. Dr. Josef Sageder |
UNIVERSITÄTSLEHRGANG
WEHRPÄDAGOGIK
Curriculum
Linz, im März 1999
Vorbemerkungen 1
1. Leitziele des Universitätslehrganges 3
2. Unterrichtsfächer und Lehrveranstaltungen 4
3. Lehrinhalte der Unterrichtsfächer 6
3.1 Pädagogische Theorie 6
3.1.1 Pädagogik und Pädagogische Psychologie 6
3.1.2 Pädagogik als Kritische Theorie 6
3.1.3 Einführung in die Wehrpädagogik 7
3.1.4 Sozialpädagogik 7
3.2 Anwendungsorientierte pädagogische Modelle 9
3.2.1 Teilnehmerorientierung und Projektunterricht 9
3.2.2 Zielgerichteter und aktivierender Medieneinsatz 9
3.2.3 Grundlagen des pädagogischen Projektmanagements 10
3.3 Spezielle methodisch-didaktische Felder der Wehrpädagogik 10
3.3.1 Methodik und Didaktik der Wehrpädagogik 10
3.3.2 Methoden der Analyse, Planung und Umsetzung curricularer Einheiten 10
3.3.3 Lehren und Lernen im militärischen Umfeld 11
3.4 Soziologie 12
3.4.1 Allgemeine Soziologie 12
3.4.2 Sozialer Wandel unter besonderer Berücksichtigung
jugendsoziologischer Fragestellungen 12
3.4.3 Militär- und Sicherheitssoziologie 13
3.4.4 Aktuelle sicherheits-, bildungssoziologische und pädagogische Themen (Beispiele) 13
3.5 Wehr- und Sicherheitspolitik 14
3.5.1 Pädagogische Konzepte zur Wehr- und Sicherheitspolitik 14
3.5.2 Alternativen in der Wehr- und Sicherheitspolitik 14
3.6 Philosophie und Wissenschaftstheorie 15
3.6.1 Einführung in wissenschaftstheoretische und philosophische Fragestellungen 15
3.6.2 Philosophie 15
3.6.3 Philosophie und Militär 16
3.6.4 Militärische Ethik 16
3.7 Betriebswirtschaftslehre 17
3.7.1 Einführung in die Unternehmensführung 17
3.7.2 Ausgewählte Probleme neuerer Formen der Unternehmensorganisation 17
3.8 Personalwirtschaft 19
3.8.1 Grundfragen moderner Personalwirtschaft 19
3.8.2 Ausgewählte Probleme moderner Personalentwicklung 20
3.9 Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens 20
3.10 Training der sozialen Kompetenz 21
3.11 Wehrpädagogisches Praktikum 21
4. Prüfungsordnung 22
4.1 Prüfer 22 4.2 Anforderungen an die Teilnehmer 22
4.2.1 Positive Beurteilung der Teilnahme an den vorgeschriebenen Lehrveranstaltungen mit immanentem Prüfungscharakter 22
4.2.2 Positive Beurteilung der Vor- und Fachprüfungen 22
4.2.3 Positive Beurteilung der kommissionellen Prüfung am Ende des Universitätslehrganges 23
4.3 Beurkundung der erfolgreichen Teilnahme am Lehrgang 23
Vorbemerkungen
D
er Universitätslehrgang Wehrpädagogik wurde ab dem Studienjahr 1994/95 an der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Johannes Kepler Universität Linz in Kooperation mit dem Institut für Berufs- und Erwachsenenbildungsforschung an der Universität Linz (IBE) gem. § 18 des Allgemeinen Hochschul-Studiengesetzes (AHStG) eingerichtet. Für Universitätslehrgänge, die nach dem 1. August 1997 neu begonnen werden, gilt § 23 des Universitäts-Studiengesetzes (UniStG 1997).Für die Konzeption des Universitätslehrganges Wehrpädagogik waren folgende Grundgedanken maßgeblich (nach einem Entwurf von Prof. Dr. W. Royl, Hochschule der Bundeswehr, München):
1. "Wehrpädagogik" ("Militärpädagogik") wird als wissenschaftliche Disziplin verstanden, die sich den Besonderheiten von Ausbildung und Erziehung in militärischen Berufs- und Praxisfeldern widmet. Wehrpädagogik orientiert sich somit primär an der Vermittlung von Fakten- und Methodenwissen sowie der Persönlichkeitsbildung zur Bewältigung von Anforderungen der militärischen Lebenswelt.
Wenn militärische Ausbildung und Erziehung pädagogisch legitimiert bzw. beurteilt werden soll, folgt daraus zunächst, daß die Vermittlung wehrpädagogischer Inhalte auf Erkenntnisse der Erziehungswissenschaft zu beziehen ist. Insoferne kann Wehrpädagogik als erziehungswissenschaftliche Teildisziplin gelten. Daher hat sich Wehrpädagogik auch auf Methoden wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens zu beziehen.
Im Hinblick auf eine optimale Passung militärischer Ausbildung haben wehrpädagogische Maßnahmen Soldaten als Individuen, aber auch in Gemeinschaft mit anderen in den Blick zu nehmen. Daraus folgt für Wehrpädagogik die Notwendigkeit, psychologische, soziologische und pädagogische Erkenntnisse interdisziplinär zu verbinden.
2. Das Bundesheer ist eine Institution der Republik Österreich, also einer rechtsstaatlich verfaßten Gesellschaft. In dieser herrschen soziologische Gesetzmäßigkeiten, die sich auch auf militärbezogenes Denken und Handeln auswirken.
Dabei ist grundsätzlich anzustreben, daß die Dialektik der Beziehungen zwischen Gesellschaft, Bundesheer und Individuum am Gemeinwohl orientiert bleibt und durch prosoziales Handeln gelöst wird. Dies dürfte am ehesten gelingen, wenn die Institution "Bundesheer" an ihrer eigenen Weiterentwicklung interessiert ist und eine entsprechende Unternehmenskultur pflegt. Dies ist auch als wehrpädagogisches Problem zu sehen, weil die jeweils herrschende Kultur die Sozialisation der Individuen im Bundesheer beeinflußt. Im Hinblick darauf kann das Modell der Unternehmenskultur unter anderem Grundlagen für die Prüfung der Sinnhaftigkeit bestimmter militärischer Formen und für Veränderungen bieten.
Daher hat Wehrpädagogik zur adäquaten Vorbereitung der Lehrgangsteilnehmer auf die kompetente Handhabung der Trias Struktur - Strategie - Kultur auch die entsprechenden soziologischen und betriebswirtschaftlichen Grundlagen zu vermitteln.
3. Nationale Sicherheitsinteressen und ihre Unterschiede können Gegensätze erzeugen, aber auch Bemühungen um einen Ausgleich fördern.
Sicherheitspolitisches Denken und Handeln zeigt in den letzten Jahren unter anderem eine zunehmende Globalisierung, die etwa in UN-Einsätzen und Kriegsverbrechertribunalen auf der Grundlage des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen zum Ausdruck kommt.
Im Zuge dieser Entwicklungen verändern sich auch die Auffassungen über den Stellenwert der Landesverteidigung sowie über die Aufgaben des Militärs. Diesen Veränderungen sollte eine entsprechende Bewußtseinsbildung im Bundesheer Rechnung tragen.
Beispielsweise sollte jeder Soldat in einem UN-Einsatz zum "peace-management" einsehen können, warum miltärische Gewalt auch in Gefahrensituationen nur eingeschränkt anzuwenden ist. Dabei kommt etwa im Uberwältigungsverbot der staatsbürgerlichen Bildung eine Ethik zum Ausdruck, die auch militärisches Denken und Handeln bestimmen soll. Die dazu notwendige Ambiguitätstoleranz ist vor allem durch eine Erweiterung des mentalen Horizonts der Auszubildenden erreichbar, die eine Neukonzeption ihrer persönlichen Einstellungen und subjektiven Kompetenzerwartungen fördert.
Auch zur pädagogischen Planung und methodischen Umsetzung solcher Veränderungen sollen die Lehrgangsteilnehmer befähigt werden. Dabei gilt der Grundsatz, daß Lehroffiziere führen, erziehen und ausbilden, aber nicht indoktrinieren sollten.
Im Hinblick darauf soll der Universitätslehrgang Wehrpädagogik die Wechselbeziehungen von Individuum, Gesellschaft und Kultur in ihrer menschenrechtsbezogenen Wertbestimmtheit thematisieren.
Damit die Teilnehmer diese Lehrgangsziele auch in ihrer Berufspraxis realisieren können, sollen sie zum vernetzten Denken in den skizzierten Zusammenhängen und zum selbständigen Gewinnen neuer Einsichten angeregt werden.
Dem folgenden Entwurf liegt die Idee einer universalen Strukturierung zugrunde. Das bedeutet, daß in jeder Lehrveranstaltung auch die Gesamtheit der Lehrgangsziele zum Ausdruck kommen sollte, um Teilnehmern wie auch Lehrenden eine Verknüpfung und Integration der vermittelten Ziele und Inhalte zu erleichtern.
Zu den nachfolgend dargestellten Zielen und Inhalten von "Wehrpädagogik" können aufgrund individueller Vorerfahrungen und Einstellungen unterschiedliche, und auch vom vorliegenden Curriculumentwurf abweichende Auffassungen bestehen. Solche Divergenzen sollten als Grundlagen zur konstruktiven Weiterentwicklung der Wehrpädagogik genutzt werden.
1. Leitziele des Universitätslehrganges
Allgemeinstes Ziel des Lehrganges ist eine wissenschaftlich begründete Weiterbildung für bereits im Ausbildungsbetrieb bewährte bzw. eine Lehrfunktion an militärischen Schulen anstrebende Personen. Diese Ausbildung soll erziehungs- und sozialwissenschaftliche Disziplinen nach auftragsorientierten Gesichtspunkten integrieren.
Dementsprechend erstrecken sich die Leitziele des Lehrganges auf
- die Erhöhung bzw. Vertiefung relevanter pädagogischer und sozialer Kompetenzen von Führungspersonal des Österreichischen Bundesheeres im Sinne der Ausbildungsreform,
- die Vermittlung wissenschaftlich fundierten Fakten- und Methodenwissens für ein wirkungsvolles pädagogisches Handeln inner- und außerhalb des Österreichischen Bundesheeres,
- die Befähigung der Teilnehmer zum Denken in Zusammenhängen,
- die Förderung der kompetenten Anwendung des erworbenen Wissens im Rahmen der Tätigkeit als Lehroffizier,
- die Befähigung der Teilnehmer zur wissenschaftlich begründeten, kritischen Reflexion und Evaluation von eigenem und fremdem pädagogischen Handeln,
- die Berücksichtigung der gesellschaftlichen, wehrpolitischen und internationalen Bedeutung einer Ausbildung von Führungspersonal des Österreichischen Bundesheeres an universitären Einrichtungen,
- die Öffnung der Universität über den Kreis der Teilnehmer an ordentlichen Studien hinaus ,
- die Förderung wissenschaftlicher Kontakte zwischen der Johannes Kepler Universität Linz und dem Österreichischen Bundesheer
Die didaktisch-methodische Gestaltung des Lehrganges hat insbesondere die Leitideen und -ziele sowie die Rahmenbedingungen der Ausbildung im Österreichischen Bundesheer zu berücksichtigen.
2. Unterrichtsfächer und Lehrveranstaltungen
Zur Erreichung der genannten Ausbildungsziele dienen Lehrveranstaltungen im Gesamtausmaß von 863 Unterrichtseinheiten (= 57 Semesterstunden).
Die Lehrveranstaltungen verteilen sich folgendermaßen auf die Unterrichtsfächer:
Fach Lehrveranstaltung U-E*) Prüfung GesamtU-E
SemStdPädagogische Einführung in die Pädagogik und
Theorie Pädagogische Psychologie 20 FP 67 4,5
Sozialpädagogik 12 Einführung in die Wehrpädagogik 12
Übung Pädagogik als kritische
Theorie 16 Konversatorium "Pädagogische
Theorie" 7
Anwendungs- Grundlagen des pädagogischen
orientierte Projektmanagements 12 FP 111 7
pädagogische Teilnehmerorientierung und 12
Modelle Projektunterricht
Zielgerichteter und aktivierender
Medieneinsatz 12
Übungen "Pädagogische Modelle" 30 Sozialpädagogisches Praktikum 36 Konversatorium "Pädagogische
Modelle" 9
Spezielle Methoden der Analyse, Planung und
methodisch- Umsetzung curricularer Einheiten 16 FP 97 6,5
didaktische Lehren und Lernen im
Felder der militärischen Umfeld 24
Wehrpädagogik Übungen "Methodik und Didaktik
der Wehrpädagogik" 50
Konversatorium "Wehrpädagogik" 7
Soziologie Allgemeine Soziologie 14 FP 92 6
Sozialer Wandel unter besonderer
Berücksichtigung jugendsoziolo-
gischer Fragestellungen 16
Militär- und Sicherheitssoziologie 14 Vorlesungen zu aktuellen
sicherheits-, bildungssoziologischen
und pädagogischen Themen 14 Seminar "Aktuelle sozialwissen-
schaftlichen Themenstellungen" 28 Konversatorium "Soziologische
Probleme von Sicherheit und
Militär" 6
Wehr- und Wehr- und Sicherheitspolitik 16 VP 62 4
Sicherheits- Übung Pädagogische Konzepte
politik zur Wehr- und Sicherheitspolitik" 30
Übung "Alternativen in der Wehr-
und Sicherheitspolitik" 16
*) siehe Zeichenerklärung nächste Seite
Fach Lehrveranstaltung U-E Prüfung GesamtU-E
SemStdPhilosophie und Einführung in wissenschafts- FP 45 3
Wissenschafts- theoretische und philosophische
theorie Fragestellungen 16
Militärische Ethik 14
Übung "Philosophie und Militär" 12 Konversatorium "Philosophie" 3
Betriebswirt- Einführung in die Unternehmens- VP 52 3,5
schaftslehre führung 16
Ausgewählte Probleme neuerer
Unternehmensorganisationen 8
Übung "Neue Konzepte der
Unternehmensorganisation" 28
Personalwirt- Grundfragen moderner VP 44 3
schaft Personalwirtschaft 14
Ausgewählte Probleme
moderner Personalentwicklung 8
Übung "Personalentwicklung" 16 Konversatorium "Personalwirtschaft" 6
Methoden des Einführung in das wissenschaftliche
wissenschaftli- Arbeiten 15 15 1
chen Arbeitens
Training der
sozialen Übung 36 36 2,5
Kompetenz
Wehrpädagogi- betreutes Gruppenprojekt 42 242 16
sches Praktikum selbständige Projektarbeit 200
*) Zeichenerklärung:
U-E = Unterrichtseinheiten
Prüfung = Art des Prüfungsfaches
FP = Fachprüfungsfach VP = Vorprüfungsfach
SemStd = Semesterstunden
3. Lehrinhalte der Unterrichtsfächer
3.1 Pädagogische Theorie
(Fachprüfungsfach)
3.1.1 Pädagogik und Pädagogische Psychologie
Ziele:
- Kennen- und Verstehenlernen grundlegender pädagogischer und psychologischer Begriffe und Theorien;
- Erwerb bzw. Erweiterung von Kenntnissen und Fertigkeiten zur methodischen Planung, Durchführung und Auswertung von Ausbildungsmaßnahmen;
- Kennenlernen von Maßnahmen der Psychohygiene und Bewältigung psychischer Belastungen,
- Erwerb relevanten Grundlagenwissen für die Abschlußarbeit;
- Gewinnen einer reflexiv-kritischen Einstellung gegenüber der eigenen Tätigkeit.
Inhalte:
Erziehungswissenschaftliche Grundbegriffe und Theorien: Pädagogik und Psychologie als Wissenschaft und Praxis, Sozialisation, Erziehung und Führung, Unterricht und Ausbildung,
Modelle der Didaktik,
Arten des Lernens: Konditionierung, Kettenbildung, Diskriminations-, Begriffs-, Regellernen, Problemlösen, Imitationslernen, soziales Lernen,
Theorien zur Motivation und Emotion,
Motivierungsmöglichkeiten im Rahmen der Ausbildung im Bundesheer,
Psychische Belastungen unter Einsatzhedingungen: Reaktionen und Bewältigungsmöglichkeiten, Stressbewältigung, Critical Incidents Management, Erziehungswissenschaftliche Forschungsmethoden, pädagogische Diagnostik und Evaluation.
Literatur:
Edelmann, W. (1996). Lernpsychologie. Weinheim: Psychologie Verlags Union, 5. Aufl.
Gudjons, H. (1993). Pädagogisches Grundwissen. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
Kron, F. W. (1994). Grundwissen Pädagogik. München, Basel: Ernst Reinhardt. 4. Aufl.
Kron, F. W. (1993). Grundwissen Didaktik. München, Basel: Ernst Reinhardt.
3.1.2 Pädagogik als Kritische Theorie
Ziele:
- Kennen- und Verstehenlernen kritisch-pädagogischer Modelle;
- Erwerb bzw. Vertiefung der Fähigkeit zur kritisch-reflexiven Analyse der eigenen Berufssituation.
Inhalte:
Begriff und Grundgedanken der Kritischen Theorie,
traditionelle, moderne und postmoderne pädagogische Konzepte,
Anwendungsbeispiele, Möglichkeiten und Grenzen einer Kritischen Pädagogik.
Literatur:
Gamm, H.-J. (1970). Das Elend der spätbürgerlichen Pädagogik. München: List.
Imelman, J. D. (1992). Pädagogik und Normativität. Kritik der positivistischen, der geisteswissenschaftlichen und anderer kulturologischer Denkformen. Norderstedt: Fischer.
3.1.3 Einführung in die Wehrpädagogik
Ziele:
- Sensibilisierung der Wahrnehmung militärpädagogischer Situationen;
- Verbesserung der Fähigkeit zur situationsgerechten Realisierung pädagogischer Handlungsspielräume in der militärischen Ausbildung;
- Erwerb bzw. Steigerung der Fähigkeit zu Rollenübernahme und -distanz.
Inhalte:
Wehrpädagogik als Wissenschaft und Praxis,
wehrpädagogische Grundbegriffe: Führen-Ausbilden-Erziehen (Identitäts-, Gegenstands- und Zieldimension), Gehorchen-Verinnerlichen-Mitdenken (Identifikations-, Kontroll- und Kooperationsdimension), Angst und Angstabwehr, Fehlentscheidungen im Gefecht,
ausgewählte wehrpädagogisch relevante Prozesse im Österreichischen Bundesheer und anderen Bereichen der staatlichen Verwaltung: Führung, Führungskräftetraining, Vermittlung nd Erwerb von Schlüsselqualifikationen, wehrpädagogische Forschung.
Literatur:
Lenzen, D. (1983) (Hrsg.). Enzyklopädie Erziehungswissenschaft Band 2. Stuttgart: Klett-Cotta.
Kron, F. W. (1994). Grundwissen Pädagogik. München, Basel: Ernst Reinhardt. 4. Aufl.
3.1.4 Sozialpädagogik
Ziele:
- Gewinnen eines Überblicks über das Leistungsspektrum der wichtigsten sozialpädagogischen/ sozialarbeiterischen Angebotstypen;
- Kennen- und Verstehenlernen der "Handlungslogik" sozialpädagogischer Interventionsformen im Spannungsfeld zwischen problembezogenem gesellschaftlichem Bedarf und individuellen Bedürfnissen anhand ausgewählter Beispiele;
- Kennenlernen der Vielfalt möglicher Ursachen für "normabweichendes" Verhalten (sozialpädagogische Diagnostik);
- Befähigung zum Verstehen sozialpädagogischer Interventionen (basierend auf Diagnoseergebnissen) als zielorientiertes Handeln (Ziel-Mittel-Wirkungs- Kontext);
- Befähigung zur angemessenen Bewertung der Bedeutung bedürfnisorientierter Freizeitangebote für die Lebensqualität eines Gemeinwesens (z. B. "Kaserne").
Inhalte:
Sozialpädagogik als wissenschaftliche Disziplin,
Theoretische Konzepte und anwendungsorientierte Methoden sozialpädagogi-scher Intervention,
Einführung in die sozialpädagogische Diagnostik,
wichtige soziale Beratungs- und Betreuungseinrichtungen (Überblick),
Einführung in die Freizeitpädagogik mit besonderer Berücksichtigung wehrpädagogischer Aspekte,
Sozialpädagogische Leistungen des Heerespsychologischen Dienstes: Erkennen und Behandlung von Problempersönlichkeiten, Helpline-Service.
Literatur:
Popp, R. (o. J.). Sozialpädagogik/Sozialarbeit - ein Subsystem der Sozialpolitik. Skriptum. Salzburg
Popp, R. (o. J.). Wie leben wir morgen? (Sozial)pädagogisch relevante Trends und Tendenzen im Spannungsfeld zwischen Berufs- und Freizeitwelt.Skriptum. Salzburg
Popp, R.(1996 ). Freizeitpädagogik. In C. Klicpera & G. Gasteiger-Klicpera (Hrsg. ), Soziale Dienste. Anforderungen, Organisationsformen und Perspektiven. Wien: WUV-Universitätsverlag.
Schuster, E. M.. (1997). Sozialpädagogische Familienhilfe. Frankfurt u. a. : Peter Lang.
3.1.5 Sozialpädagogisches Praktikum
Ziele:
- Aktives Kennenlernen einer sozialpädagogischen Einrichtung und ihrer Leistungen;
- Vertiefung des Verstehens der "Handlungslogik" sozialpädagogischer Interventionsformen;
- Befähigung zur theoriegeleiteten Reflexion eigener und fremder sozialpädagogischer Maßnahmen.
Inhalte:
Das Sozialpädagogische Praktikum findet an einer Sozialeinrichtung statt, zB Caritas, Familien-, Drogenberatungsstellen, Betreuungseinrichtungen für Behinderte, Jugendliche, Haftentlassene.
Die Lehrgangsteilnehmer sind berechtigt, die für sie in Frage kommende Sozialeinrichtung selbst zu wählen. Sie haben selbständig mit der betreffenden Einrichtung Kontakt aufzunehmen und die Durchführung des Praktikum zu vereinbaren und vorzubereiten.
Nach Ablauf des Praktikums haben die Lehrgangsteilnehmer einen schriftlichen Bericht über die gemachten persönlichen Lernerfahrungen zu erstellen.
Literatur:
ist abhängig vom Leistungsangebot der gewählten Sozialeinrichtung zu wählen.
3.2 Anwendungsorientierte pädagogische Modelle
(Fachprüfungsfach)
3.2.1 Teilnehmerorientierung und Projektunterricht
Ziele:
- Kennen- und Verstehenlernen erziehungswissenschaftlicher Konzepte zur Erklärung und Begründung handlungsorientrierten Lernens;
- Aneignen von Fakten- und Methodenwissen zur Planung und Durchführung von Unterrichtsprojekten.
Inhalte:
Begriff und Bedeutung der Teilnehmerorientierung,
pädagogische und psychologische Begründungen der Projektmethode,
Grundsätze von Projektarbeit und Projektunterricht,
exemplarische Planung von Unterrichtsprojekten.
Literatur:
Kaiser, F.-J. (1976). Entscheidungstraining. Fallstudie - Simulation - Planspiel. Bad Heilbrunn/Obb.: Verlag Julius Klinkhardt, 2. erw. Aufl.
Kaiser, A. u. Kaiser, F.-J. (1977) (Hrsg.). Projektstudium und Projektarbeit in der Schule. Bad Heilbrunn/Obb.: Verlag Julius Klinkhardt.
3.2.2 Zielgerichteter und aktivierender Medieneinsatz
Ziele:
- Kennenlernen wichtiger mediendidaktischer Theorien und Grundsätze;
- Aneignen bzw. Vertiefen von Fertigkeiten zu Planung, Herstellung und Einsatz gebräuchlicher Unterrichtsmedien;
- Erhöhung der Fähigkeit zur Beurteilung der Effektivität verschiedener Formen des Medieneinsatzes.
Inhalte:
Arten und Funktionen technischer Medien für die Ausbildung,
didaktische Visualisierung: theoretische Grundlagen, Kriterien zur Beurteilung der didaktischen Qualität von Visualisierungen, Entwurfsbeispiele,
Präsentationstechnik mit Medieneinsatz,
Beispiele zum Einsatz programmierter bzw. computergestützter Medien beim Österreichischen Bundesheer.
Literatur:
Bäumler, C. E. (1991). Lernen mit dem Computer. Beltz: Weinheim.
Groebel, J. & Winterhoff-Spurk, P. (1987).(Hrsg.). Empirische Medienpsychologie.München, Weinheim: Psychologie Verlags Union, Beltz.
Hierhold, E. (1990). Sicher präsentieren - wirksamer vortragen. Wien: Ueberreuter Verlag.
Kagelmann, H. J. & Wenninger, G. (1982). Medienpsychologie. Urban & Schwarzenberg: München.
Seidel, C. (1993).(Hrsg.). Computer Based Training. Verlag für Angewandte Psychologie: Göttingen.
Weidenmann, B. (1991). Lernen mit Bildmedien. Weinheim, Basel: Beltz.
Will, H. (1991) Hrsg.) : Arbeitsprojektor und Folien . Weinheim, Basel: Beltz.
Kittelberger, R. & Freisleben, I.. (1991). Lernen mit Video und Film. Weinheim, Basel: Beltz.
3.2.3 Grundlagen des pädagogischen Projektmanagements
Ziele:
- Erwerb von Fakten- und Methodenwissen zur Durchführung von Projekten bzw. wissenschaftlichen Arbeiten
Inhalte:
Einführung in die Planung, Durchführung und Evaluation wissenschaftlicher Projekte im Bereich des Österreichischen Bundesheeres.
Literatur:
Kaiser, A. u. Kaiser, F.-J. (1977) (Hrsg.). Projektstudium und Projektarbeit in der Schule. Bad Heilbrunn/Obb.: Verlag Julius Klinkhardt.
3.3 Spezielle methodisch-didaktische Felder der Wehrpädagogik
(Fachprüfungsfach)
3.3.1 Methodik und Didaktik der Wehrpädagogik
Ziele:
- Aneignung bzw. Vertiefung didaktisch-methodischer Grundlagen für die militärischen Ausbildung;
- Verbesserung der Fähigkeit zur situationsgerechten Realisierung didaktisch- methodischen Handelns in der militärischen Ausbildung.
Inhalte:
Militärdidaktik als Bereichsdidaktik, Praxis und Wissenschaft,
Didaktische Theorien und Modelle in der Wehrpädagogik,
Modell einer Militärdidaktik nach Peterßen: Bedingungselemente (soziologisch-kulturelle und anthropologisch-psychologische Voraussetzungen) , Entscheidungselemente (Intentionen, Inhalte, Methoden, Medien, Organisation, Interaktion) und Folgen der militärischen Ausbildung (sozio-kulturelle und anthropologisch-psychologische Folgen),
Literatur:
Jung, H. & Florian, H. (1994). Grundlagen der Militärpädagogik. Frankfurt: Peter Lang.
Kron, F. W. (1993). Grundwissen Didaktik. München, Basel: Ernst Reinhardt.
3.3.2 Methoden der Analyse, Planung und Umsetzung curricularer Einheiten
Ziele:
- Erwerb von Grundlagenwissen über Curricula;
- Kennenlernen von Möglichkeiten zur methodischen Gestaltung curricularer Einheiten;
- Steigerung der Fähigkeit zur Analyse und Planung curricularer Einheiten.
Inhalte:
Curriculum: Begriff, Prinzip und Struktur von Curricula, Curriculumentwicklung,
Curriculum-Theorie und -Methoden in Schule und militärischer Ausbildung,
Darstellung des Curriculumprinzips anhand neuerer Ausbildungskonzepte im Österreichischen Bundesheer,
didaktische und methodische Entscheidungen bei der Umsetzung curricularer Einheiten im mil. Führungsverfahren
Curriculumevaluation und Evaluationsforschung: Begriff und Kennzeichen, Ziele und Funktionen, Formen und Einsatzgebiete, Gliederungsgesichtspunkte, Möglichkeiten und Grenzen von Evaluationstudien.
Literatur:
Becker, F. E. , Clemens-Lodde, B. & Köhl, K. (1976a). Unterrrichtssituationen II. Motivieren und Präsentieren. München: Urban & Schwarzenberg.
Becker, F. E. , Clemens-Lodde, B. & Köhl, K. (1976b). Unterrrichtssituationen III. Üben und Experimentieren. München: Urban & Schwarzenberg.
Becker, G. E. (1984). Planung von Unterricht. Handlungsorientierte Didaktik Teil I. Weinheim, Basel: Beltz.
Posch, P., Schneider, W. & Mann, W. E. (1983). Unterrichtsplanung. Wien: Manz, 3. überarb. Aufl.
3.3.3 Lehren und Lernen im militärischen Umfeld
Ziele:
- Vertiefung des pädagogischen und psychologischen Grundlagenwissens über Lehren und Lernen;
- Befähigung zur exemplarischen Anwendung der theoretischen Konzepte auf die militärische Ausbildung.
Inhalte:
Der pädagogische Bezug beim Österreichischen Bundesheer,
militärische Aufgaben und daraus resultierende pädagogische Herausforderungen,
Umsetzung und Anwendung von Lerntheorien in der militärischen Ausbildung,
Motivation als besonderes Element militärischer Führungstätigkeit,
Besonderheiten und Sinngebung der militärischen Lebenswelt: innerer und formaler Dienst, Hierarchie, Disziplin, Gehorsam, Drill usw.,
Lehr- und Lernmethoden in der militärischen Ausbildung: Training des Ausbilderverhaltens, programmierter Unterricht ,
pädagogische Diagnostik in der militärischen Ausbildung.
Literatur:
Jung, H. & Florian, H. (1994). Grundlagen der Militärpädagogik. Frankfurt: Peter Lang.
Trotsenburg, H. van (1989). Militärpädagogik. Frankfurt: Peter Lang.
3.4 Soziologie
(Fachprüfungsfach)3.4.1 Allgemeine Soziologie
Ziele:
- Gewinnen eines Einblickes in soziologische Denk- und Arbeitsweisen;
- Kennen- und Verstehenlernen soziologischer Grundbegriffe und Forschungs- methoden,
- Befähigung zur exemplarischen Anwendung soziologischer Erkenntnisse und Methoden auf das eigene Berufsfeld.
Inhalte:
Historische Entwicklung und Theorieansätze der Soziologie
Soziologische Grundbegriffe: Rollen, Funktionen, Positionen, Strukturen, Prozesse.
Soziologische Fragestellungen (Überblick): Grundbedingungen und Formen sozialen Verhaltens und sozialer Objektivationen (zB Normen, Werte),
Wertungen und Werturteile in der soziologischen Forschung,
Strukturen und Veränderungen sozialer Systeme (Gruppen, Organisationen, Gesellschaften),
Methoden der empirischen Sozialforschung (Überblick).
Literatur:
Ammann, W. (1991). Soziologie. Wien: Böhlau.
Wiswede. G. (1991). Soziologie. Landsberg/Lech: Verlag Moderne Industrie, 2. Aufl.
3.4.2 Sozialer Wandel unter besonderer Berücksichtigung jugendsoziologischer Fragestellungen
Ziele:
- Gewinnen von Überblickswissen zu Theorien zum sozialen Wandel
- Kennenlernen der wichtigsten Probleme, Methoden und Ergebnisse der Jugendsoziologie;
- Erwerb von Fertigkeiten zur Übertragung jugendsoziologischer Theorien auf die eigene Berufspraxis.
Inhalte:
Bedeutung und Auswirkungen der soziologischen Erforschung sozialen Wandels,
Fragestellungen und Methoden der Jugendsoziologie: Werthaltungen und Lebensstile Jugendlicher im europäischen Kontext, Moral, Gewalt, Wehr- bzw. Dienstpflicht,
allgemeine und spezifische Konsequenzen für Erziehung, Ausbildung und Wehrpolitik.
Literatur:
Kühnel, W. & Matuschek, I. (1995). Gruppenprozesse und Devianz : Risiken jugendlicher Lebensbewältigung in grossstädtischen Monostrukturen. Weinheim u.a.: Juventa-Verlag.
LeBreton, D. (1995). Lust am Risiko: von Bungee-jumping, U-Bahn-surfen und anderen Arten, das Schicksal herauszufordern. Frankfurt am Main: Dipa-Verlag.
3.4.3 Militär- und Sicherheitssoziologie
Ziele:
- Erwerb von Grundlagenwissen über militärsoziologische Begriffe, Theorien und Methoden;
- Befähigung zur exemplarischen Anwendung soziologischer Konzepte auf Probleme von Sicherheit und Militär.
Inhalte:
Militärsoziologie als Wissenschaft: Entwicklung, Ziele, Funktionen, Inhalte,
militärsoziologische Grundbegriffe: Aggresssion, Kampf, Gewalt. Krieg,
das Militär bzw. Bundesheer als soziale Organisation: Besonderheiten und Merkmale,
militärsoziologische Forschung: Systemtheoretischer und subjektperspektivischer Ansatz, Fragestellungen, Methoden, Ergebnisse,
zum Verhältnis Gesellschaft - Politik - Militär: Identität und Legitimität, normative und deskriptive Legitimität, Legitimierungsprozeß und Akzeptanz,
Sicherheit, Begrohungswahrnehmung und Sicherheitspolitik,
resultierende Probleme für die militärsoziologische Forschung .
Literatur:
Bahrdt, H. P. (1987). Die Gesellschaft und ihre Soldaten. Zur Soziologie des Militärs. München: Beck.
3.4.4 Aktuelle sicherheits-, bildungssoziologische und pädagogische Themen (Beispiele)
Ziele:
- Kennenlernen aktueller sozialwissenschaftlicher Probleme, Theorien und Forschungsergebnisse im militärischen Bereich.
Inhalte:
Bedeutungswandel von Sicherheitspolitik,
Auswirkungen der europäischen Integration auf das Bundesheer,
Bedrohungsbild und individuelle Bedrohungswahrnehmung,
Wehrsysteme - Problematik und Alternativen zur allgemeinen Wehrpflicht,
Frauen und Landesverteidigung.
Literatur:
wird abhängig vom jeweils behandelten Thema bekanntgegeben.
3.5 Wehr- und
Sicherheitspolitik(Vorprüfungsfach)
3.5.1 Pädagogische Konzepte zur Wehr- und Sicherheitspolitik
Ziele:
- Aneignung von Kenntnissen über Möglichkeiten der pädagogischen Vermittlung wehr- und sicherheitspolitischer Themen;
- Erwerb und Übung von Fertigkeiten zur Analyse und Planung wehr- und sicherheitspolitischer Aus- und Weiterbildungshilfen.
Inhalte:
Wehrpädagogische Elementarkomplexe (zB Freiheit, Demokratie, Staat, Ehre, Gehoram, Opferbereitschaft),
Führungsverhalten: Rollensegmentierung (Kamerad, Vorgesetzter, Führer), Entwicklung von Führungsexpertise (Theorie des geplanten Verhaltens),
Verhältnis Elitebewußsein zum Soldatischen in der Demokratie,
Streitkräfte in europäischer Dimension (multinationale Verbände als Lernort),
kognitiver Konstruktivismus: cognitive apprenticeschip, Rezeption in der Didaktik,
Curriculumbaustein "Führungsdienst" (formative und summative Evaluation),
Euro-militärische Identität in Geschichte und Gegenwart,
kulturelle Probleme: Bürgersinn und Wehrbereitschaft, Kampf der Kulkturen (Multikulturalität im Konflikt), militärische Alltagskultur, Verhältnis des Offiziers zur abendländischen Kultur
staats- und wehrpolitische Bildung im Bundesheer: Ziele, Richtlinien, Durchführung.
Literatur:
Hondrich, K. O. (1992). Lehrmeister Krieg. rororo aktuell. Reinbek b. Hamburg: Rowohlt.
Jung, H. & Florian, H. (1994). Grundlagen der Militärpädagogik. Frankfurt: Peter Lang.
Royl, W. (1992). Euro-militärische Identität als Entwicklungsaufgabe. In W. Dexheimer & W. Royl (Hrsg.), Die pädagogische Mitverantwortung für die Sicherheitspolitik der freien Welt (S. 199-239). Baden-Baden: Nomos-Verlag.
3.5.2 Alternativen in der Wehr- und Sicherheitspolitik
Ziele:
- Erwerb von Grundlagenkenntnissen über Konzepte und Realisierungsformen der Wehr- und Sicherheitspolitik;
- Kennenlernen verschiedener Zugangsmöglichkeiten zum Verhältnis Krieg und Frieden bzw. zur Rechtfertigung militärischer Gewaltanwendung,
- Vertiefung des Verständnisses für Fragen der Rechtfertigung militärischer Gewaltanwendung;
- Befähigung zur kritischen Auseinandersetzung mit der abendländischen Tradition politischen Denkens hinsichtlich militärischer Gewalt.
Inhalte:
Politik, Sicherheit, Sicherheitspolitik,
Neutralität, Bündnisspolitik und kollektive Sicherheit in Europa, Konflikttransformation,
kooperative Sicherheitspolitik,
Möglichkeiten und Grenzen internationaler Organisationen zur Konfliktbeilegung.
Politische Theorie und militärische Gewalt - Zur Frage der Rechtfertigung militärischer Gewaltanwendung: Kunst als Zugangsmöglichkeit zur Frage nach Krieg und Frieden, politisches Denken und der Krieg, moderne rechtstheoretische Ansätze zur Rechtfertigung von Gewalt, Theologie und militärische Gewalt.
Literatur:
Kernic, F. (1997). Demokratie und Wehrsystem. Aufsätze zum Verhältnis von Gesellschaft, politischem System und Heer in Österreich . Frankfurt u.a.: Peter Lang
Meyers, R. (1994). Begriff und Probleme des Friedens. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Rotter, M. (1991). Von der integralen zur differentiellen Neutralität. Europäische Rundschau, 3, S. 23.
Rotter, M. (1994). Dauernde Neutralität im europäischen Verbund? In G. Bächler (Hrsg.), Beitreten oder Trittbrettfahren? Die Zukunft der Neutralität in Europa. (S. 49). Chur u. a: Rüegger.
3.6 Philosophie und Wissenschaftstheorie
(Fachprüfungsfach)
3.6.1 Einführung in wissenschaftstheoretische und philosophische Fragestellungen
Ziele:
- Erwerb eines grundlegenden Verstehens von Theorie und Praxis des wissenschaftlichen Denkens;
- Steigerung der Fertigkeiten in der Beurteilung wissenschaftlicher Ergebnisse.
- Vorbereitung auf wissenschaftliches Arbeiten.
Inhalte:
Aufgaben und Methoden von Wissenschaft und Wissenschaftstheorie,
die philosophische Fragestellung.
Literatur:
Meehan, E. J. (1995). Praxis des wissenschaftlichen Denkens. Ein
Arbeitsbuch für Studierende. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
3.6.2 Philosophie
Ziele:
- Erwerb von Kenntnissen über das Zustandekommen von Wissen;
- Schärfung des Bewußtseins für Bedeutung und Wirkungen philosophischen Denkens und philosophischer Fragestellungen;
- Aneignen einer reflexiven Einstellung.
Inhalte:
Philosophische Fragestellungen im Alltag,
Philosophie als Wissenschaft,
Hauptschritte reflexiven Denkens: Griechische Philosophie (Ontologie), Epistemologie (Descartes, Kant), Sprachphilosophie (Frege, Wittgenstein),
Pragmatik und Konstruktivismus (Putnam, Gierre),
strategisches Denken in komplexen Situationen,
empirische Wissenschaften und philosophische Methoden,
philosophische Sinnkrisen bei jungen Menschen: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.
Literatur:
Dörner, D. (1983).Vom Umgang mit Unbestimmtheit und Kompelxität. Bern u. a.: Huber.
Dörner, D. (1992). Die Logik des Mißlingens. Reinbek: Rowohlt.
Nørretranders, T. (1994). Spüre die Welt. Die Wissenschaft des Bewußtseins. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
Schlick, M. (1986). Die Probleme der Philosophie in ihrem Zusammenhang. Vorlesung aus dem Wintersemester 1933 - 1934. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Watzlawick, P., Beavin, J. H. & Jackson, D. D. (1990). Menschliche Kommunikation: Formen, Störungen, Paradoxien. Bern u.a.: Huber, 8.Aufl.
3.6.3 Philosophie und Militär
Ziele:
- Vertiefung von Fakten- und Methodenwissen über die philosophische Arbeitsweise;
- Erwerb der Fähigkeit zur Übertragung philosophischer Fragestellungen und Methoden auf exemplarische Probleme des Bundesheeres.
Inhalte:
Sozialphilosophische Grundlagen von Staat und Recht
Internationale Politik - Politische Philosophie
Militär - Völkerrecht - Politische Ethik
Politik - Ideologie - Postmoderne
Anwendungen philosophischer Fragestellungen und Methoden auf militärische konkrete Phänomene und Entwicklungen im Österreichischen Bundesheer.
Literatur:
Brown, Ch. (1992). International relations theory: new normative approaches. New York, NY u.a.: Harvester Wheatsheaf.
3.6.4 Militärische Ethik
Ziele:
- Kennen- und Interpetieren-Lernen ethisch begründeter Normen und Werte bezogen auf militärische Macht und Gewalt;
- Gewinnen grundlegender Einsichten in die Zusammenhänge von Wehrethik und Wehrpädagogik.
Inhalte:
Theoretische Grundbegriffe und Grundlagen: Ethik und Naturrecht, moralische Rechtslehre und Gesetzgebung, Staat und Recht, Staat und Gewalt,
zur Stellung der militärischen Ethik im Rahmen der Wehrpädagogik,
Moralität und Legalität: Entwicklung von Werten und Normen auf kollektiver und individueller Ebene (Gewissen, Verantwortung), Staat, Individuum, Militär und Gewalt, Berufsethik des Soldaten,
Probleme und Modelle der Legitimierung von individueller und staatlicher Gewalt und ihrer Umsetzung im nationalen/Internationalen Recht.
Literatur:
Brezinka, W. (1992). Glaube, Moral und Erziehung. München
Kernic, F. (1997). Demokratie und Wehrsystem. Aufsätze zum Verhältnis von Gesellschaft, politischem System und Heer in Österreich . Frankfurt u.a.: Peter Lang
Leser, N. (1984). Sozialphilosophie. Wien, Köln
Micewski, E. R. (1997). Grenzen der Gewalt - Grenzen der Gewaltlosigkeit. Frankfurt u.a.: Peter Lang
3.7 Betriebswirtschaftslehre
(Vorprüfungsfach)
3.7.1 Einführung in die Unternehmensführung
Ziele:
- Verstehenlernen wichtiger theoretischer Konzepte und Modelle von Führung;
- Kennenlernen von Problemen und Ergebnissen der Führungsforschung;
- Befähigung zur kritischen Reflexion eigenen Führungsverhaltens.
Inhalte:
Probleme, Methoden und Ergebnisse der Führungsforschung (Überblick),
Führungstheorien und -modelle: Eigenschafts-, Situations-, Interaktionstheorie,
Grundlagen von Autorität und Macht im Führungsprozeß: formale, fachliche, persönliche Autorität, Sanktionen,
Aufgaben und Methoden der Mitarbeiterführung,
Ziele und Erfolgskriterien der Unternehmensführung,
Besonderheiten der Führung im militärischen Bereich.
Literatur:
Berger, R. & Borkel, W. (1990).Grundwissen Betriebsorganisation. Organisationsentwicklung, Aufbau- und Ablauforganisation, Führungsorganisation, Information und Kommunikation, Zielsetzung, Planung und Kontrolle, Mensch und Organisation.. München: Heyne, 2. Aufl.
Rosenstiel, L. v. (1992). Grundlagen der Organisationspsychologie: Basiswissen und Anwendungshinweise. Stuttgart: Schäffer-Poeschel, 3., überarb. u. erg. Aufl.
3.7.2 Ausgewählte Probleme neuerer Formen der Unternehmensorganisation
Ziele:
- Kennenlernen relevanter Theorien und Methoden zur Unternehmens- organisation;
- Befähigung zur exemplarischen Anwendung organisationstheoretischer Ansätze auf Probleme der militärischen Organisation.
Inhalte:
Grundlagen der Organisationstheorie: formelle /informelle Organisation, Aufbau-/ Ablauf- Organisation, Organisationsentwicklung
Organisations- bzw. Unternehmenskultur: Differenzen zwischen militärischen Unterorganisationen (z. B. Bataillonen, Waffengattungen), Feststellung der Gründe für diese Unterschiede, zur Sinnhaftigkeit militärischer Formen, Ansätze für mögliche Veränderungen,
Konzepte der Unternehmensorganisation,
Vergleich verschiedener Organisationen (zB Schulen, Unternehmen, Einsatzverbände),
ausgewählte Probleme der militärischen Organisation.
Literatur:
Berger, R. & Borkel, W. (1990).Grundwissen Betriebsorganisation. Organisationsentwicklung, Aufbau- und Ablauforganisation, Führungsorganisation, Information und Kommunikation, Zielsetzung, Planung und Kontrolle, Mensch und Organisation.. München: Heyne, 2. Aufl.
Mandl, R. (1997). Das Heer als Betrieb. Zum Ansatz einer betriebspädagogisch orientierten Organisationsentwicklung am Beispiel militärischer Ausbildung. Frankfurt u. a.: Peter Lang.
Schein, E. H. (1995). Unternehmenskultur. Frankfurt/Main: Campus Verlag.
Simon, F. (1992). Radikale Marktwirtschaft: Verhalten als Ware und wer handelt, der handelt. Heidelberg: Auer.
Wittlage, H. (1986). Methoden und Techniken praktischer Organisationsarbeit. Herne u.a.: Verlag Neue Wirtschafts-Briefe, 2., überarb. u. erw. Aufl.
3.8 Personalwirtschaft
(Vorprüfungsfach)
3.8.1 Grundfragen moderner Personalwirtschaft
Ziele:
- Kennen- und Verstehenlernen neuerer theoretischer Konzepte der Personalwirtschaft;
- Verstehenlernen der Aufgaben und Methoden der Personalwirtschaft als Abgleich der Erwartungen von Unternehmen und Mitarbeitern;
- Verstehenlernen der Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Personalarbeit in Privatwirtschaft und Militär
- Verstehenlernen der Auswirkungen des Wertewandels für die Personalarbeit;
- Befähigung zur Analyse der eigenen Personalarbeit anhand von Kriterien für professionelle Personalarbeit;
- Entwicklung der Fähigkeit zur Übertragung personalwirtschaftlicher Grundsätze und Methoden auf den mil. Bereich.
Inhalte:
Aufgaben und Methoden der Personalwirtschaft (Überblick),
Theoretische Konzepte des psychologischen Vertrages
Modell des Wertewandels und seine Auswirkungen auf das Personalmanagement
Kriterien für professionelle Personalarbeit,
Zusammenhänge der Unternehmenspolitik mit Personal- und Organisations-entwicklung,
Personal- und Organisationsentwicklung in Wirtschaft und Militär,
Ziele und Methoden der Personalauswahl.
Literatur:
Böhnisch, W. & Putz, P. (19913). Wertewandel im Personalmanagement: Individualisierung und Selbstbestimmung. In Organisationsentwicklung,2, S. 50-57
Harlander, N. et al. (1991). Praktisches Lehrbuch Personalwirtschaft. Landsberg/Lech: Verlag moderne industrie, 2. Aufl., S. 43-55.
Hinterhuber, H. H. & Laske, St. (1984).(Hrsg.). Zukunftsorientierte Unternehmenspolitik. Konzeptionen, Erfahrungen und Reflexionen zur Personal- und Organisationsentwicklung. Freiburg im Breisgau: Rombach.
Hinz, W. & Pichlbauer, J. (1991). Ganzheitliche Personalentwicklung. München : Wirtschaftsverlag Langen Müller.
Potthoff, E. & Trescher, K. (1986). Controlling in der Personalwirtschaft. Berlin u.a.: de Gruyter.
Putz, P. & Nöbauer, B. (1995). Personalleiter in Oberösterreich. In: Wächter, H. & Meth, Th. (1995) (Hrsg.). Professionalisierte Personalarbeit ? Perspektiven der Professionalisierung des Personalwesens. Sonderband 1995 der Zeitschrift für Personalforschung. München, S. 55-83.
Scholz, Ch. (1993). Personalmanagement. München: Wirtschaftsverlag Langen Müller, 3. Aufl., S. 34-44.
Wunderer, R. (1992). Das Personalwesen auf dem Weg zu einem Wertschöpfungs-Center, in: Personal, Heft 4, S. 148- 153.
3.8.2 Ausgewählte Probleme moderner Personalentwicklung
Ziele:
- Erwerb von Grundlagenwissen über Probleme und Methoden der Personalentwicklung;
- Befähigung zur Übertragung des Grundlagenwissens auf exemplarische Probleme der Personalarbeit im Österreichischen Bundesheer.
Inhalte:
Personalpolitik und Personalentwicklung im Österreichischen Bundesheer,
Theorie und Praxis des Mitarbeitergesprächs,
Organisationsberatung.
Literatur:
Cisek, G. (1989). (Hrsg.). Instrumente der Personalentwicklung auf dem Prüfstand. Entscheidungshilfen für die Führungsspitze. Hamburg : Windmühle Verlag.
Conradi, W. (1983). Personalentwicklung. Stuttgart: Enke.
Fauth, W. (1991). Praktische Personalarbeit als strategische Aufgabe : Grundlagen, Konzepte, Checklisten. Wiesbaden: Gabler.
Mentzel, W. (1989). Unternehmenssicherung durch Personalentwicklung. Mitarbeiter motivieren, fördern und weiterbilden. Freiburg im Breisgau: Haufe, 4., akt. Aufl.
Sattelberger, Th. (1991).(Hrsg.). Innovative Personalentwicklung : Grundlagen, Konzepte, Erfahrungen. Wiesbaden: Gabler, 2. Aufl.
Verwaltungsakademie des Bundes (1991). (Hrsg.). Personalmanagement: Personalentwicklung in der öffentlichen Verwaltung. Dokumentation eines Führungskräfte-Sonderseminars zur Personalentwicklung vom
30. - 31. Oktober 1990 im Schloß Laudon.Wien: Orac.
3.9 Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens
Ziele:
- Kennenlernen wichtiger Methoden wissenschaftlichen Arbeitens;
- Erwerb grundlegender Fähigkeiten zur exemplarischen Anwendung wissenschaftlicher Methoden;
- Gewinnen eines Überblicks über Probleme und Methoden der wehrwissenschaftlichen Forschung.
Inhalte:
Einführung in die Praxis des wissenschaftlichen Arbeitens,
Möglichkeiten und Probleme hermeneutischer und empirischer Forschungs-methoden,
ausgewählte Probleme und Ergebnisse wehrwissenschaftlicher Forschung in Österreich,
wissenschaftliches Arbeiten mit Informations- und Dokumentationssystemen des Österreichischen Bundesheeres.
Literatur:
Karmasin, M., Rehberg, W. & Theil, M. (1994). Wissenschaftlich arbeiten. Form, Funktion, Vorgangsweise. Wien: Service-Fachverlag.
Meehan, E. J. (1995). Praxis des wissenschaftlichen Denkens. Ein Arbeitsbuch für Studierende. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
3.10 Training der sozialen Kompetenz
Ziele:
- Verbessern der Lehr- und Lernfähigkeit beim Verhalten und Arbeiten in Gruppen;
- Sensibilisierung der Wahrnehmung für Gruppenprozesse;
- Erwerb von Fähigkeiten zur Handhabung gruppendynamischer Prozesse.
Inhalte:
Erziehungswissenschaft: Formen des Kennnenlernens,
Übungen zu Gruppenbildung und wissenschaftlichem Arbeiten in Gruppen,
Projektarbeit: Projektplanung als Planspiel, Erarbeiten von Handlungsfeldern, Reflexion,
Sozialpädagogik: Durchführung, Analyse und Reflexion von sozialpädagogischen Rollenspielen (zB Macht, Kontrolle, Konflikt),,
Soziologie: sozialer Wandel und Unterrichtsmethoden, Reflexion des Paradigmenwechsels, Erweitern des Verhaltensrepertoires,
Sicherheitspolitik: Übungen zu politische Bildung und militärische Ethik,
Betriebswirtschaft: Operationalisierung von Innovationsmöglichkeiten im eigenen beruflichen Umfeld (Ziele und Pläne),
Reflexion des Anwendungsfeldes sozialer Kompetenz.
Literatur:
Mischel, Th. (1981). Psychologische Erklärungen. Frankfurt: Suhrkamp.
Watzlawick, P., Beavin, J. H. & Jackson, D. D. (1990). Menschliche Kommunikation: Formen, Störungen, Paradoxien. Bern u.a.: Huber, 8.Aufl.
3.11 Wehrpädagogisches Praktikum
Ziele:
- Systematische Vertiefung und Anwendung des Gelernten auf das eigene Berufsfeld;
- Planung und Durchführung eines wissenschaftlichen Projektes in Kleingruppenarbeit sowie in selbständiger Alleinarbeit.
Inhalte:
Durchführung eines tutoriell betreuten Kleingruppenprojektes sowie eines selbständigen Einzelprojekts der Studierenden.
Die Studierenden sind berechtigt, ihre Einzelprojekte aus den Gruppenprojekten zu entwickeln. Ferner können die Einzelprojekte die Grundlage für die wissenschaftlichen Abschlußarbeiten der Lehrgangsteilnehmer gem. Punkt 4.2.3 der Prüfungsordnung bilden.
Die Projektarbeiten haben einen engen thematischen Bezug zu Themen, Zielen und Fragestellungen des Lehrganges aufzuweisen. Diesen Bezug haben die Studierenden in einem schriftlichen Projektantrag darzulegen, über den die Lehrgangsleitung entscheidet.
Das wehrpädagogische Praktikum findet als Unterrichtsversuch an den Einsatzorten der Lehrgangsteilnehmer statt.
Literatur:
ist abhängig von der Themenstellung zu wählen.
4. Prüfungsordnung
4.1 Prüfer
Die für die einzelnen Vor- und Fachprüfungsfächer zuständigen Fachprüfer werden von dem/ der Studiendekan/ Studiendekanin auf Vorschlag der Lehrgangsleitung bestellt und den Lehrgangsteilnehmern in geeigneter Form bekanntgegeben.
Die Lehrgangsteilnehmer haben sich nach Maßgabe der folgenden Regelungen mit den Fachprüfern in Verbindung zu setzen und die genaueren Prüfungsmodalitäten zu vereinbaren.
4.2 Anforderungen an die Teilnehmer
Der erfolgreiche Abschluß des Lehrganges setzt im einzelnen voraus:
4.2.1 Positive Beurteilung der Teilnahme an den vorgeschriebenen Lehrveranstaltungen mit immanentem Prüfungscharakter
Mindesterfordernisse zur positiven Beurteilung der Teilnahme an den vorgeschriebenen Lehrveranstaltungen mit immanentem Prüfungscharakter (Übungen, Praktika, Konversatorien) sind die Anwesenheit bei zwei Dritteln der Unterrichtseinheiten der Lehrveranstaltungen sowie eigene Beiträge der Teilnehmer.
Erfüllen Studierende die Anwesenheitserfordernisse bei einer Lehrveranstaltung nicht, so kann dies in begründeten Fällen durch eine Hausarbeit über die Lehrveranstaltung kompensiert werden. Die Beurteilung der Arbeit obliegt dem jeweils zuständigen Fachprüfer.
Externe Prüfungen (zB von Diplomstudien, etc.) können als Prüfungen über Lehrveranstaltungen anerkannt werden, soferne sie mit diesen hinsichtlich Inhalt und Umfang übereinstimmen. Dazu haben die Studierenden einen entsprechenden Antrag an die Lehrgangsleitung zu richten.
4.2.2 Positive Beurteilung der Vor- und Fachprüfungen
Die Prüfungen in den Vorprüfungsfächern sind als mündliche Einzelprüfungen durch die jeweils zuständigen Fachprüfer abzuhalten.
Eine Prüfung in einem Vorprüfungsfach kann frühestens nach dem dritten Block im zweiten Semester, jedenfalls aber erst nach erfolgreicher Teilnahme an den entsprechenden Lehrveranstaltungen absolviert werden.
Negative Beurteilungen in den Vorprüfungen verhindern die Zulassung zu Fachprüfungen nicht.
Die Prüfungen in den Fachprüfungsfächern sind als mündliche oder schriftliche Einzelprüfungen durch die jeweils zuständigen Fachprüfer abzuhalten.
Eine Prüfung in einem Fachprüfungsfach kann frühestens nach dem vierten Block im zweiten Semester, jedenfalls aber erst nach erfolgreicher Teilnahme an den vorgeschriebenen Lehrveranstaltungen absolviert werden.
Zur Abschlußarbeit wird zugelassen, wer zumindest zwei Fachprüfungsfächer positiv absolviert hat.
Externe Prüfungen können als Prüfungen in Vor- oder Fachprüfungsfächern anerkannt werden. Jedoch ist jedenfalls die kommissionelle Prüfung am Ende des Universitätslehrganges abzulegen.
Der positive Erfolg von Prüfungen und wissenschaftlichen Arbeiten wird gem. § 45 Abs. 1 UniStG mit "sehr gut" (1), "gut" (2), "befriedigend" (3) oder "genügend" (4), der negative Erfolg mit "nicht genügend" (5) beurteilt.
4.2.3 Positive Beurteilung der kommissionellen Prüfung am Ende des Universitätslehrganges
Die kommissionelle Prüfung am Ende des Universitätslehrganges umfaßt zwei Teile:
(1) eine schriftliche Hausarbeit zu einem lehrgangsrelevanten Thema und
(2) ein darauf bezogene mündliches Abschlußkolloquium.
Zur schriftlichen Hausarbeit wird zugelassen, wer mindestens zwei Fachprüfungsfächer positiv absolviert hat.
Das Abschlußkolloquium hat mindestens zwei Fachprüfungsfächer zu enthalten und wird am Ende des Lehrganges als mündliche Gesamtprüfung vor einem Prüfungssenat abgehalten. Der Prüfungssenat besteht zumindest aus zwei Fachprüfern sowie mindestens einem Mitglied der Lehrgangsleitung.
Im Sinne des § 45 Abs. 2 UniStG ist die kommissionelle Prüfung am Ende des Universitätslehrganges nur dann positiv zu beurteilen, wenn sämtliche Prüfungen positiv beurteilt wurden.
Der Prüfungssenat entscheidet mit einfacher Mehrheit über die Beurteilung der kommissionellen Prüfung sowie über den Abschluß des Lehrganges insgesamt.
4.3 Beurkundung der erfolgreichen Teilnahme am Lehrgang
Die Teilnahme am Lehrgang ist durch ein Abschlußzeugnis zu beurkunden, welches durch die Johannes Kepler Universität ausgestellt und durch die Lehrgangsleitung mit unterfertigt wird. Das Abschlußzeugnis kann auf Verlangen und unter Verrechnung allfälliger Übersetzungskosten im Sinne des § 47 UniStG auch zweisprachig in deutscher Sprache und in einer anderen Sprache der europäischen Union abgefaßt werden.
Das Abschlußzeugnis enthält im Sinne des § 45 Abs. 3 UniStG die Beurteilungen für die einzelnen Vor- und Fachprüfungen und die kommissionelle Prüfung am Ende des Universitätslehrganges sowie eine Gesamtbeurteilung.
Die Gesamtbeurteilung lautet "bestanden", wenn jedes Fach positiv beurteilt wurde, anderenfalls lautet sie "nicht bestanden". Die Gesamtbeurteilung lautet "mit Auszeichnung bestanden", wenn in keinem Fach eine schlechtere Beurteilung als "gut", und in mindestens der Hälfte der Fächer die Beurteilung "sehr gut" erteilt wurde.
An erfolgreiche Lehrgangsteilnehmer wird im Sinne des § 26 Abs 3 UniStG die Bezeichnung "Akademische Wehrpädagogin" bzw. "Akademischer Wehrpädagoge" verliehen.